Legende der Geisternonne: Unterschied zwischen den Versionen
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Im 16. Jahrhundert soll sich auf [[Burg Schattenfels]] eine | Im 16. Jahrhundert soll sich auf [[Burg Schattenfels]] eine grausame Begebenheit zugetragen haben<ref>Johann Müller: ''Legenden aus dem Schwarzwald''. Schwarzwalddruckerei, Karlsruhe 1821, S. 365-367</ref>. Graf Albrecht von Waldstein gefiel ein Mädchen aus dem Dorf, weshalb er sie auf die Burg bringen ließ und sie zu seiner Geliebten machte, obwohl sie einem jungen Mann aus dem Dorf versprochen war. Kurz darauf stellte sich heraus, dass sie schwanger war. Er bezichtigte sie, das Kind des Dorfjungen zu bekommen. | ||
Er ließ sie in ein Kloster bringen, in dem sie ihr restliches Leben als Nonne leben sollte. Den Dorfjungen ließ er ermorden. Bei der Geburt des Kindes starb die Nonne. Nachträglich stellte es sich heraus, dass sie schwanger geworden war, als sie bereits auf der Burg lebte, es also sein Kind gewesen sein musste. | Er ließ sie in ein Kloster bringen, in dem sie ihr restliches Leben als Nonne leben sollte. Den Dorfjungen ließ er ermorden. Bei der Geburt des Kindes starb die Nonne. Nachträglich stellte es sich heraus, dass sie schwanger geworden war, als sie bereits auf der Burg lebte, es also sein Kind gewesen sein musste. | ||
Seitdem heißt es, dass jedes Jahr zur Todesstunde des Mädchens der Geist der Nonne durch die Hallen der Burg Schattenfels wandelt. Er trachtet nach Vergeltung für das angetane Unrecht und tötet Bewohner der Burg. Ihr erstes Opfer soll der Graf selbst gewesen sein, der kurz darauf unter ungeklärten Umständen ermordet wurde. | Seitdem heißt es, dass jedes Jahr zur Todesstunde des Mädchens der Geist der Nonne durch die Hallen der Burg Schattenfels wandelt. Er trachtet nach Vergeltung für das angetane Unrecht und tötet Bewohner der Burg. Ihr erstes Opfer soll der Graf selbst gewesen sein, der kurz darauf unter ungeklärten Umständen ermordet wurde. |
Version vom 14. Dezember 2023, 02:14 Uhr
Legende
Im 16. Jahrhundert soll sich auf Burg Schattenfels eine grausame Begebenheit zugetragen haben[1]. Graf Albrecht von Waldstein gefiel ein Mädchen aus dem Dorf, weshalb er sie auf die Burg bringen ließ und sie zu seiner Geliebten machte, obwohl sie einem jungen Mann aus dem Dorf versprochen war. Kurz darauf stellte sich heraus, dass sie schwanger war. Er bezichtigte sie, das Kind des Dorfjungen zu bekommen. Er ließ sie in ein Kloster bringen, in dem sie ihr restliches Leben als Nonne leben sollte. Den Dorfjungen ließ er ermorden. Bei der Geburt des Kindes starb die Nonne. Nachträglich stellte es sich heraus, dass sie schwanger geworden war, als sie bereits auf der Burg lebte, es also sein Kind gewesen sein musste. Seitdem heißt es, dass jedes Jahr zur Todesstunde des Mädchens der Geist der Nonne durch die Hallen der Burg Schattenfels wandelt. Er trachtet nach Vergeltung für das angetane Unrecht und tötet Bewohner der Burg. Ihr erstes Opfer soll der Graf selbst gewesen sein, der kurz darauf unter ungeklärten Umständen ermordet wurde.
Historischer Hintergrund
Die Geschichte gilt als historisch belegt:
- Graf Albrecht von Waldstein lebte von 1470 bis 1522[2]. Er wurde im Schlaf ermordet, der Täter wurde nie gefasst.[3]
- Das Mädchen aus dem Dorf wird urkundlich erwähnt. Sie starb 1521 bei der Geburt eines Sohnes.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Johann Müller: Legenden aus dem Schwarzwald. Schwarzwalddruckerei, Karlsruhe 1821, S. 365-367
- ↑ Stammbaum der Familie Waldstein
- ↑ Supplication: an kaiserliche Maiestat – Des Grafenmords halben, Staatsbibliothek zu Berlin, S. 10
- ↑ Kirchenbuch Waldstein, 1500-1530